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>> Wissenswertes zur Geschichte des Sportschiessens:
In dieser Rubrik möchten wir dem interessierten Leser einen kurzen aber informativen Einblick in die Geschichte des Schießsportes geben. Die recherchierten Daten beruhen zum größten Teil auf Informationen von Wikipedia, der freien Online Enzyklopädie. Falls Sie tiefergehende Informationen zum Schießsport suchen, empfehlen wir einen Besuch der Wikipedia Webseite.

Definition Sportschiessen:
Sportschießen oder auch Schießsport ist international der sportliche Umgang mit Schusswaffen oder Bogenwaffen (Armbrust, Bogen).

Sportliches Schießen bedeutet Schießen nach bestimmten Regeln, die Waffe wird dabei - entgegen ihrer ursprünglichen militärischen und/oder jagdlichen Bedeutung - als Sportgerät verwendet, ähnlich wie der Speer beim Speerwerfen oder der Degen beim Fechten.

Übrigens: Schießsport wird auch als Präzisionssport bezeichnet.


Geschichte:
Das Sportschießen hat insbesondere in Europa eine lange Tradition. Das korporierte Schützenwesen geht auf die Bürgerwehren der Städte zurück. In Deutschland und in den angrenzenden Nachbarländern gibt es z.B. bereits seit dem Mittelalter Schützengilden. Davon zeugt u.a. das berühmteste Bild des niederländischen Malers Rembrandt, Die Nachtwache von (1642), welches die Amsterdamer Bürgerwehr darstellt, eine Schützengilde. Der erste bezeugte Schützenwettbewerb wurde aber bereits 1442 in Zürich (Schweiz) abgehalten.
Nach den Befreiungskriegen (1815) setzte ein Aufschwung im Vereinswesen ein, von dem auch der Schießsport profitierte. Nach dem verlorenen Zweiten Weltkrieg wurden alle Schützenvereine in Deutschland offiziell von den Siegermächten England, Frankreich, der Sowjetunion und den USA verboten und erst in den folgenden Jahren in der jungen Bundesrepublik wieder erlaubt. Erst ab Mitte des 20. Jahrhundert fing man allerdings an, das Schießen als echte (moderne) Sportart zu begreifen und entsprechend einzelne Disziplinen umzugestalten. Zum Beispiel wurde bis dahin noch auf lebende Tauben geschossen später Tontauben, heute Wurfscheiben genannt), was z. B. in den USA mit zur Ausrottung einer ganzen Taubenart führte.
Rembrandt, Die Nachtwache
Rembrandt, Die Nachtwache
Olympische Geschichte:
Wohl aus dem Grunde, dass der Begründer der Spiele der Neuzeit, Pierre de Coubertin, ein begeisterter Pistolenschütze war, war das Sportschießen bereits 1896 in Athen eine der olympischen Disziplinen. Auf dem Programm standen fünf Wettbewerbe, vor allem mit Militärwaffen. Die Schießwettbewerbe wurden auf dem Schießstand im Vorort Kallithea ausgetragen. Es gab fünf Wettbewerbe, zwei für Gewehre und drei für Pistolen.
Erster Wettbewerb war das Militärgewehrschießen über 200 Meter. Der Sieger Pantelis Karasevdas war der einzige, der mit allen Schüssen das Ziel traf. Der zweite Wettbewerb, das Militärpistolenschießen, wurde von zwei US-amerikanischen Brüdern dominiert, John Paine und Sumner Paine. Um die Gastgeber vor einer weiteren Blamage zu bewahren, beschlossen die Brüder, dass nur einer von ihnen im freien Pistolenschießen antreten würde. Sumner Paine gewann den Wettbewerb und war der erste Verwandte eines Olympiasiegers, der selbst Olympiasieger wurde.
Mit Ausnahme von St. Louis 1904 und Amsterdam 1928, war das sportliche Schießen immer Bestandteil des olympischen Programms. Die Frauen nehmen seit Los Angeles 1984 in getrennten Wettbewerben teil, früher konnten sie (ab 1968) in die „Männer-Teams“ integriert werden.
Olympisches Schiessen 1900 in Paris
Olympisches Schiessen 1900 in Paris
Schützenvereine in Deutschland:
Insbesondere die Erlaubnis zur Wiedergründung des Deutschen Schützenbundes 1951, der bereits 1861 in Gotha gegründet worden war, sorgte in Deutschland für einen erneuten Aufschwung im Schießsport. In der Folge wurden ab Mitte der 1950er-Jahren auf Kreis-, Bezirks- und Landesebenen die Strukturen für eine moderne Sportorganisation geschaffen.

In der DDR blieben Schützenvereine untersagt. Waffen in den Händen demokratisch selbstbestimmter, paramilitärisch auftretender Vereinigungen waren inkompatibel mit den Grundsätzen des SED-Regimes. In den „neuen“ Bundesländern musste deshalb nach der Wiedervereinigung ein kompletter Neuaufbau erfolgen, der bis heute eine wesentlich schwächere Organisations- und Mitgliederstruktur bedingt als in den meisten „alten“ Bundesländern.

Der Schützenverein (oder Sportschützenverein oder Schützenbruderschaft) in seiner heutigen Form entstand im frühen 19. Jahrhundert im Gefolge der napoleonischen Kriege. Ihre Ursprünge haben sie jedoch in mittelalterlichen Städten (vgl. Geschichte der Nürnberger Schützengesellschaften). Die Mitglieder bestanden zunächst vielfach aus Kriegsveteranen, nicht zuletzt der bisherigen freiwilligen Heeresverbände wie z. B. des Lützowschen Freikorps. Neben gesellschaftlichen und sozialen Aspekten kamen den Schützenvereinen lange Zeit auch genuin politische Funktionen zu. Im Vormärz wurden die Schützenvereine zu wesentlichen Trägern nationaldemokratischer Opposition gegenüber der partikularstaatlichen Fürstenherrschaft und blieben dies bis weit in die Gründerzeit hinein.

Mit ihrer Konzeption einer auf die deutsche Nation verpflichteten, intern nach demokratischen Prinzipien organisierten Bürgermiliz scheiterten sie jedoch am Erfolg der Bismarckschen „Revolution von oben“. Zugleich bekamen sie Konkurrenz durch die Kriegervereine, die sich schließlich im Kyffhäuserverband zusammen schlossen und für lange Zeit wesentlich erfolgreicher den „Militarismus der kleinen Leute“ (Thomas Rohkrämer) zu organisieren verstanden. Durch eine Adaption dieses neuen Reichsnationalismus vermochten die Schützenvereine jedoch zu überleben, wenngleich ihre genuin politische Funktion immer mehr in den Hintergrund trat.

Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Sturz der Monarchie kamen in Deutschland grundlegend neue Formen radikaler bündischer Wehrverbände auf, von denen die SA der NSDAP nur die schließlich erfolgreichste war und die die Jugendkultur der Weimarer Republik wesentlich mitprägten. Sie zu adaptieren gelang den Schützenvereinen nur noch sehr bedingt, standen die demokratischen Implikationen des tradierten Vormärz-Nationalismus doch oft in allzu großem Widerspruch zu der autoritären, nach dem „Führerprinzip“ organisierten Struktur der meisten bündischen Wehrverbände. Wo dies und die 1933 daraus resultierende Selbstgleichschaltung gegenüber dem NS-Regime misslang, da wurden die Schützenvereine zunehmend marginalisiert und schließlich vielfach auch ganz verboten. Ländliche Gegenden mit ihrer noch stärker vorhandenen paternalistisch-konservativen politischen Kultur avancierten zum Refugium der Schützenvereine - ein Trend, der sich auch in der Bundesrepublik nicht mehr umkehren ließ.

Nach der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands verboten die Alliierten die Schützenvereine als uniformierte Waffenträger zunächst ganz. Erst Anfang der 1950er-Jahre wurden sie in der alten Bundesrepublik wieder zugelassen. In der DDR blieben sie untersagt. Waffen in den Händen demokratisch selbstbestimmter, paramilitärisch auftretender Vereinigungen waren inkompatibel mit den Grundsätzen des SED-Regimes. In den „neuen“ Bundesländern musste deshalb nach der Wiedervereinigung ein kompletter Neuaufbau erfolgen, der bis heute eine wesentlich schwächere Organisations- und Mitgliederstruktur bedingt als in den meisten „alten“ Bundesländern. Doch auch dort konnte nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr nahtlos an alte Traditionen angeknüpft werden. Die Diskreditierung jedweder Form von Nationalismus war dafür nach 1945 einfach zu stark. Hinzu kam mit dem politisch-gesellschaftlichen Umbruch der 1968er-Bewegung auch die Problematisierung des traditionellen militärischen Habitus der Schützenvereine.

In der Konsequenz entwickelten sich die Schützenvereine zunehmend auch zu Sportvereinen. Der Deutsche Schützenbund organisierte sich erfolgreich in den entsprechenden internationalen Dachverbänden und avancierte zur sicheren „Medaillenbank“ bei Olympischen Spielen. Außerdem übernahm er maßgeblich die Ermöglichung und Beaufsichtigung eines geregelten sportlichen Schießbetriebes nach dem Waffengesetz. Dennoch blieben die Schützenvereine bis heute der vielleicht beste Beleg dafür, dass Institutionen die kulturellen Gedächtnisse der Menschheit darstellen. Sichtbar ist dies bei jedem Schützenausmarsch, der die ursprünglichen Ideen einer freien Bürgermiliz an Stelle des obrigkeitlichen Berufsheeres und des selbstbestimmten Bürgers als Waffenträger der Nation rekapituliert - auch wenn dies den meisten Teilnehmern inzwischen wohl nicht mehr bewusst ist.

Einzelne Schützenvereine sind in Deutschland zusammengefasst in Kreisverbänden. Die Kreisverbände sind zusammengefasst in insgesamt zwanzig Landesverbände, diese wiederum im Deutschen Schützenbund. In Bayern gibt es als Ebene zwischen den Kreisverbänden und dem Landesverband darüber hinaus noch die Gaue, in anderen Landesverbänden wie z.B. dem von Hamburg und Umgebung auch Regionalverbände.

Schützenvereine, die Mannschaften oder Einzelschützen zu offiziellen Wettkämpfen nach dem Reglement des Deutschen Schützenbundes melden wollen, müssen als gemeinnütziger Verein (e. V.) im Vereinsregister eingetragen sein. Das Schützenwesen, das neben dem Gewehr- und Pistolenschießen auch das Vorderlader- und Armbrustschießen, den Bogensport, das Schießen mit der Schnellfeuerpistole und den Sommerbiathlon umfasst, ist in der Sportordnung des Deutschen Schützenbundes geregelt. Traditionsveranstaltungen wie Schützenfeste werden von den Satzungen der jeweiligen Schützenvereine geregelt. Daneben gelten selbstverständlich die Bestimmungen des Waffengesetzes und der Waffenverordnung sowie als Nebenrecht die Bestimmungen des Kriegswaffenkontrollgesetzes und des Sprengstoffgesetzes, außerdem die gesetzlichen Jugendschutzbestimmungen.


Quelle: Wikipedia, 18.11.2007, Alle Angaben ohne Gewähr